ETH haben gerade die Gebühren für ausländische Studierende verdreifacht. Gleichzeitig haben sie kein Problem damit, 10 Millionen Franken für die Finanzierung von etwas auszugeben, was sich letztlich als Performance zeitgenössischer Kunst entpuppt!» Sein Angriff auf Apertus erregte die Aufmerksamkeit von Internetnutzern wie Maxime Derian, einem französischen Experten für künstliche Intelligenz. «Die amerikanischen und chinesischen Open-Source-Modelle sind uns einen Schritt voraus. Na und? Auch die ersten Modelle dieser Länder waren alles andere als perfekt. Das Schweizer Modell wurde lokal entwickelt. Die Folgeversionen werden besser und in zwei bis drei Jahren ebenfalls von Relevanz sein», prognostizierte Derian. Dass Apertus derzeit noch fehlerhaft arbeitet, liegt daran, dass das Modell bisher nicht ausreichend trainiert wurde und noch nicht über genügend Daten verfügt. Antoine Bosselut teilt diese Meinung: «Wir haben den teuersten Teil der Arbeit übernommen, nämlich die Entwicklung und das Training des Modells. Für zukünftige Nutzende ist es nun kostenlos zugänglich.» vertreten ist. Dies entspricht eindeutig dem Ziel der EPFL, «KI zu demokratisieren». Die Stadt Zürich setzt Apertus ein Zur Weiterentwicklung wurde das Schweizer LLM bei sogenannten «Hackathons», einer Art Wettbewerb zum Testen von Systemen, von Cracks gezielt auf die Probe gestellt. Studierende nutzten das Tool, um Dienstleistungsangebote zu erarbeiten. So gibt es zum Beispiel eine Schnittstelle, die das Erlernen der tibetischen Sprache erleichtert. Einige kluge Köpfe haben gar ein System namens «Mut zur Lücke» entwickelt. Es zeigt Studierenden, welche Teile ihrer Kurse sie getrost überspringen können, ohne Gefahr zu laufen, ihre Ausbildung nicht zu bestehen. Auch die Stadt Zürich nutzt Apertus. «Ich bin ZüriCityGPT und ich weiss (fast) alles, was auf stadt-zuerich.ch publiziert ist», liest man auf der Website. Doch wie sich zeigt, hat das System seine Grenzen. Wie viele bewaffnete Polizisten gibt es in der Stadt? Auf diese Frage antwortet das LLM: Apertus kann Ihnen «leider nicht helfen». GPT ist hier etwas cleverer: «Etwa 1700 Beamtinnen und Beamte sind zum Tragen einer Dienstwaffe berechtigt. Es gibt jedoch keine offizielle Quelle, aus der hervorgeht, wie viele tatsächlich ständig eine Waffe tragen», antwortet uns diese KI. Erstaunlicherweise wurde Apertus ohne Schnittstelle lanciert, über die Nutzende «Prompts» erstellen können. Doch dies war auch gar nicht das Ziel. Gemäss den Schöpfern soll das LLM als Rohmaterial dienen. Allerdings hatten alle Interessierten die Möglichkeit, Apertus mithilfe einer von einer amerikanischen Non-Profit-Organisation entwickelten Software zu testen: https://publicai.co Fehler und Kritik In der Schweiz betrafen die ersten Kommentare zu Apertus grobe Fehler. «Mir wurde mitgeteilt, dass das Schloss Chillon ursprünglich ein kleines befestigtes Dorf auf einem Kalksteinfelsen inmitten des Sees war», spottete der Westschweizer Journalist François Pilet, einer der Gründer der investigativen Website Gottham City, auf LinkedIn. Bei ihm sorgt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis des Unterfangens für Verwunderung. «Die KI-Modelle müssen «trainiert» werden. Für Apertus wurde dazu der Schweizer Hochleistungsrechner ALPS verwendet, der sich in Lugano befindet. Foto Keystone Schweizer Revue / Dezember 2025 / Nr.5 13
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx