Nicht zuletzt bietet es eine Alternative zu den Gebühren von Kreditkarten und Bezahl-Apps. Die Mehrheit der Unternehmen beurteilt Bargeld denn auch als kostengünstigstes Zahlmittel. Bargeld als Wertanlage Bundesrat und Parlament wollen die Bargeldversorgung durch die Nationalbank künftig explizit in der Bundesverfassung verankern. Sie nehmen damit das Anliegen der 2023 eingereichten Initiative «Bargeld ist Freiheit» auf. Über Initiative und Gegenvorschlag stimmt das Volk im kommenden Frühling an der Urne ab (siehe Kasten Seite 7). Nebst dem Konsum dient Bargeld vielen Menschen auch als Wert zum Aufbewahren – sei es im Sparstrumpf oder in einem Safe. Darauf deutet der Anteil «grosser» Noten hin, die sich im Umlauf befinden. So machen die über 36 Millionen Tausendernoten im Geldkreislauf wertmässig fast die Hälfte des gesamten Notenumlaufs aus. Wieviel Flüssiges die Schweizer Bevölkerung tatsächlich zu Hause oder in einem Safe hortet, kann die Nationalbank nicht beziffern. «Das können wir nicht wissen», sagt Eltschinger. Einen möglichen Hinweis gibt der Anteil «alter» Banknoten, die bislang nicht zur Nationalbank zurückgelangt sind. Darunter befinden sich auch über 170 000 Stück Fünfhundert-FrankenNoten, die bereits seit 25 Jahren nicht mehr als offizielles Zahlungsmittel gelten. Der Gesamtwert von Noten aus zurückgerufenen Serien beläuft sich auf mehr als 9 Milliarden Franken. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass diese «alten» Noten irgendwo in einer vergessenen Schublade liegen, sofern sie nicht verloren gingen. Die gute Nachricht: Obwohl im Laden nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert, lassen sich Banknoten früherer Serien zeitlich unbeschränkt bei der Schweizerischen Nationalbank umtauschen. Dazu hat die SNB auf ihrer Homepage www.snb.ch Merkblätter aufgeschaltet. Auslandschweizerinnen und -schweizern empfiehlt der Bankvertreter, im Einzelfall abzuklären, ob aus dem Wohnsitzland eine sichere Postsendung zur SNB oder der Umtausch bei einer Bank in der Schweiz möglich ist. Neue Banknoten ab 2030 Bereits plant die Nationalbank eine neue Banknotenserie. Die Lebensdauer einer Banknotenserie beträgt rund 15 bis 20 Jahre. Die aktuelle Serie war in den Jahren 2016–2019 eingeführt worden und zeigt symbolisch die Vielseitigkeit der Schweiz. Für die künftige Serie lancierte die Nationalbank vor Jahresfrist einen Gestaltungswettbewerb zum Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen». Jede der sechs Noten im Wert von 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken soll sich der «einzigartigen Topografie» des Landes widmen. Zu den zwölf eingereichten Designkonzepten wurde erstmals auch die Meinung der Bevölkerung abgefragt. Innerhalb von drei Wochen sahen sich über 100 000 Personen die Entwürfe im Internet an und gaben dazu ihre Präferenzen ab. «Das grosse Echo hat uns positiv überrascht», sagt Peter Eltschinger. Im Herbst nominierte die SNB die sechs Finalisten, aus denen bis im Frühling 2026 der Gewinner oder die Gewinnerin gekürt wird. Dann beginnt die gestalterische Weiterentwicklung der Entwürfe, die auf der SNB-Webseite einsehbar sind. Die neuen Noten sollen zu Beginn der 2030er-Jahre in den Geldkreislauf gelangen – als Visitenkarten der Schweiz im Portemonnaie ihrer Bürgerinnen und Bürger. Derzeit wird das neue Design der Banknoten gesucht. Im Bild zwei der Vorschläge. Foto Keystone Durch die Sortiermaschine laufen da gerade gebrauchte 20-Rappen-Stücke. 2024 waren Münzen im Gesamtwert von 3 Milliarden Franken im Umlauf. Foto SNB Schweizer Revue / Dezember 2025 / Nr.5 7
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