Schweizer Revue 1/2022

Schweizer Revue / Februar 2022 / Nr.1 31 Ignazio Cassis präsidiert 2022 den Bundesrat Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) ist dieses Jahr Bundespräsident der Schweiz. Der 60-jährige Tessiner wurde Anfang Dezember von der vereinigten Bundesversammlung gewählt und übernahm auf Jahresbeginn das präsidiale Amt von Guy Parmelin (SVP). Cassis’ Wahlresultat war mit 156 von 237 möglichen Stimmen eher mittelmässig, was wohl als parlamentarische Kritik an der Europapolitik des Schweizer Aussenministers zu deuten ist. (MUL) Schweizer Diplomatin an der Spitze des IKRK Das Internationale Komitee vomRotenKreuz (IKRK) wird ab Oktober 2022 von der Schweizerin Mirjana Spoljaric Egger präsidiert. Die Spitzendiplomatin folgt auf PeterMaurer, der das IKRK seit rund zehn Jahren präsidiert. Mirjana Spoljaric Egger ist in der rund 160-jährigen Geschichte des IKRK die erste Frau, die ins Präsidentenamt gewählt wird. Sie war zuvor im Schweizer Aussendepartement sowie bei der Uno tätig. In ihrer künftigen Rolle werde sie sich bemühen, «die Bedürfnisse der Schwächsten aufzuzeigen», liess sich Spoljaric Egger nach ihrer Wahl zitieren. (MUL) Die Schweiz und der Blick ins Universum Die Schweiz tritt der Radioteleskop-Organisation bei, beteiligt sich also weit stärker als bisher geplant am Projekt «Square Kilometre Array Observatory». Mit diesem überaus empfindlichen undweltgrösstenRadioteleskop soll die Entstehung der ersten Sterne und Galaxien erforscht werden. Für das Projekt werden in Südafrika und in Westaustralien eine Vielzahl vonAntennen erstellt. Die Beteiligung der Schweiz an internationalen Forschungsprojekten verschafft ihr jeweils direkten Zugang zu Experimenten und neusten Daten. (MUL) Schweiz kickt sich nach Katar Die Fussballnationalmannschaft der Schweiz setzt ihren Höhenflug fort: Sie hat sich direkt für die Fussball-WM2022 in Katar qualifiziert. Sie lag in ihrer Ausscheidungsgruppe vor dem aktuellen Europameister Italien. Die eigentliche Überraschung: In den letzten Qualifikationsspielen hatte das Schweizer Team auf viele Stammspieler zu verzichten, überzeugte dann aber mit Newcomern– zuletzt mit einem fulminanten 4:0 gegen die Nationalelf Bulgariens. (MUL) Stark steigende Corona-Zahlen im Spätherbst ImSpätherbst 2021 sind in der Schweiz die Corona-Fallzahlen erneut hochgeschnellt, auf zuweilen über 33000 neue Ansteckungsfälle pro Tag (4. Januar 2022). Die Bundesbehörde verschärfte vor diesem Hintergrund erneut die im Alltag geltenden Bestimmungen. Grossflächig eingeführt wurde die sogenannte 2G-Regel: Vielerorts erhielten nur noch nachweislich Geimpfte und Genesene Zutritt. (MUL) Yvonne Ribi Sie ist Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachpersonen. Und ihr gelang mit der Annahme der vom Verband lancierten Pflegeinitiative (Seite 12) ein Coup: Erstmals reüssierte ein Volksbegehren mit gewerkschaftlichen Anliegen. Viele hätten mitgeholfen, betonte Yvonne Ribi zwar. Und es stimmt, das Schweizer Pflegepersonal – immer noch über 80 Prozent Frauen – engagierte sich so breit wie selten. Allerdings hat Ribi massgeblichen Anteil am Erreichten. Geschickt machte sich die 45-jährige Thurgauerin eine historische Erfahrung der Pflege zunutze: Verbesserungen gibt es immer dann, wenn akuter Personalmangel herrscht. Dieser wurde in der Corona-Pandemie schmerzhaft offensichtlich, doch Ribis Einsatz begann lange vorher. Als sie 2013 ihre Führungsposition übernahm, brachte sie frischen Kampfgeist in die über hundertjährige Standesorganisation der Pflegenden. «Streiken liegt nicht in unseren Genen», sagte sie einmal, «wir fühlen uns ethisch verantwortlich, dass niemand zu Schaden kommt.» So trieb Ribi die Stärkung der Pflege auf politischemWeg voran, umgänglich und fundiert. Als diplomierte Pflegefachfrau hatte sie den Dauerdruck im Spital selber erlebt. Nach einer Managementausbildung kehrte sie dem Pflegebett den Rücken und wurde Interessenvertreterin. Von Rückschlägen im anfänglich eher desinteressierten Parlament liess sie sich nicht entmutigen. 2020 wählte die Leserschaft des Branchenportals Medinside sie zur zweitwichtigsten Person im Schweizer Gesundheitswesen. Yvonne Ribi führte es dem Land vor Augen: Aus den selbstlosen «Krankenschwestern» von einst sind qualifizierte Fachkräfte geworden, auf die die Schweiz angewiesen ist. Undwenn nötig stellt die Stimmbevölkerung sich hinter sie. SUSANNE WENGER Herausgepickt Nachrichten

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx