EVELINE RUTZ Nebst den Klimatologinnen und Klimatologen schlagen vorab Parteien aus dem linken Spektrum Alarm: SP und Grüne warnen, die Schweiz erwärme sich doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Ohne konsequenten Klimaschutz steuere sie auf eine Erwärmung von bis zu 4,9 Grad bis Ende Jahrhundert zu. «Hitzetage, Dürren und Starkregen nehmen zu und belasten sowohl unsere Gesundheit als auch unsere Infrastruktur», sagt SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer. Um die Klimakrise – «eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit» – wirksam zu bewältigen, fordern die linken Parteien, dass sich der Staat stärker engagiert. Sie wollen dafür einen Fonds schaffen, der jährlich mit 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gespiesen wird. Ihre Initiative «Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik: Investieren für Wohlstand, Arbeit und Umwelt» (Klimafonds-Initiative) gelangt am 8. März 2026 an die Urnen. «Wir werden die Schweiz klimaneutral machen», versprechen die Initiantinnen und Initianten. Mit den Bundesgeldern – 3,9 bis 7,7 Milliarden Franken pro Jahr – wollen sie unter anderem Gebäude isolieren, E-Mobilität unterLinke fordern Milliarden für den Klimaschutz Die Schweiz soll mehr investieren, um ihre Klimaziele zu erreichen. Dies verlangt die Klimafonds-Initiative. Das Nein-Lager wehrt sich dagegen, «künftige Generationen mit Schulden zu belasten». stützen und eine Solaroffensive starten. Des Weiteren möchten sie Biodiversität fördern sowie Umschulungen finanzieren, damit «niemand durch die sozialen Maschen fällt» und genügend Fachkräfte vorhanden sind. Die Vorlage soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken, wofür sich die Stimmberechtigten 2023 ausgesprochen haben. Die Schweiz soll zudem unabhängiger werden. «Der Klimafonds stärkt unsere Versorgungssicherheit, weil wir endlich von ausländischem Öl und Gas wegkommen», sagt Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen. Kritiker verweisen auf finanzpolitische Risiken Der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments sehen allerdings keinen Handlungsbedarf. Die aktuelle Klimapolitik «mit einem Mix aus gezielten Fördermassnahmen, Vorschriften und marktwirtschaftlichen Instrumenten» werde zur gewünschten CO₂-Reduktion führen, argumentieren sie. Statt breit zu subventionieren, fördere sie gezielt und setze wirksame Anreize. Weitere Gelder seien nicht notwendig. Heute geben Bund und Kantone jährlich rund 2 Milliarden Franken für Klimaschutz und Energie aus. 600 Millionen Franken fliessen in die Biodiversität. Ereignisse wie der Gletscherabbruch und Bergsturz von Blatten bilden die Kulisse, vor der sich die politische Debatte abspielt: Der Klimawandel sei längst schon in der Schweiz angekommen, argumentieren die Initianten. Foto Keystone Bröckelnde Berge als Teil der realen und zunehmenden Bedrohung durch die Klimaveränderung: Das evakuierte Dorf Brienz/Brinzauls. Foto Keystone Schweizer Revue / Februar 2026 / Nr.1 20 Politik
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx