STÉPHANE HERZOG Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz bei der Anzahl Boote pro Kopf weit vorn. Obwohl das Land keinen Zugang zum Meer hat, lockt es mit 150 schiffbaren Gewässern und guten Bedingungen für den Wassersport, insbesondere zum Segeln. «Das Relief erzeugt thermische Winde, die für diesen Sport besonders günstig sind», erklärt Olivier von Arx, Präsident des Genfer Bootsbesitzerverbands (APB). «Die ersten Regatten auf dem Genfersee fanden bereits im 19. Jahrhundert statt. Damals traten noch Transportschiffe gegeneinander an», berichtet Bernard Schopfer, selbst Segler und Autor mehrerer Bücher, insbesondere zum Thema Regatten. Als Fachmann betreute er die Kommunikation des Teams Alinghi im Vorfeld des ersten Sieges der Schweiz beim America’s Cup 2003 in Auckland. Damals hatten sich mehrere Seglerinnen und Segler des neuseeländischen Teams, das in diesem Jahr Titelverteidiger war, dem Schweizer Team angeschlossen. Neuseeland als Seefahrernation versuchte, die Teilnahme der Schweiz am Wettbewerb zu verhindern mit der Begründung, dass das Land keinen Zugang zum Meer habe und dass das Schweizer Projekt Alinghi unter Leitung des Milliardärs Ernesto Bertarelli nur aufgrund finanzieller Mittel überhaupt existiere. Das liessen sich die Kommunikationsbeauftragten von Alinghi nicht so einfach gefallen. «Die Regeln des America’s Cups schreiben Das Segeln lässt die Schweizer Herzen höherschlagen In der Schweiz finden Wassersportfans Dutzende von Gewässern zum Segeln. Ein Boot kommt auf 353 Einwohnende. Damit liegt das Land in dieser Rangliste weltweit auf Platz 5. Doch die Schweiz hat auch ihre eigenen Heldinnen und Helden des Meeres. vor, dass ein Meeresarm vorhanden sein muss. Der Rhein erfüllt diese Bedingung», erklärt Bernard Schopfer. Alinghi hob auch die im internationalen Vergleich hohe Anzahl an Booten pro Person in der Schweiz hervor. «Zudem verwiesen wir auf die Erfolge von Schweizer Seglerinnen und Seglern wie Pierre Fehlmann», erinnert sich Schopfer. Als Sieger des «Whitbread Round the World Race» von 1986 ist Fehlmann eine Galionsfigur des Schweizer Segelsports. «Er gilt als erster grosser Schweizer Seefahrer. Er war es, der das Segeln bekannt machte und durch den Segler wie Dominique Wavre (der zehn Weltumsegelungen vollendet hat, Anm. d. Red.) zu diesem Sport fanden», kommentiert Da- Höher, weiter, schneller, schöner? Auf der Suche nach den etwas anderen Schweizer Rekorden. Heute: die hohe Bootsdichte in der Schweiz. Schweizer Revue / April 2026 / Nr. 2 16 Reportage
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