Beide Lager investierten insgesamt 15 Millionen Franken in eine emotionale Abstimmungskampagne. geworfen habe, würden die Schweiz in den nächsten Monaten und Jahren noch stark beschäftigen. Bundesrat Jans betonte seinerseits, die Regierung nehme die Argumente der Ja-Stimmenden ernst und verwies auf bereits ergriffene Massnahmen wie etwa den Aktionsplan gegen Wohnungsmangel. Die SVP setzt nun voll auf den Kampf gegen das EU-Vertragspaket, welches sie konsequent als «Unterwerfungsvertrag» bezeichnet. Darüber hinaus berät das Parlament schon bald die sogenannte Grenzschutz-Initiative, welche die SVP im Herbst 2025 eingereicht hatte. Um den «Asylmissbrauch zu stoppen», fordert die Partei eine rigorose Überwachung der Schweizer Landesgrenze. Jährlich dürften nur noch 5000 «echte» Flüchtlinge in die Schweiz aufgenommen werden. Höhere Hürden für Zivildienst Am 14. Juni kam noch eine zweite Vorlage zur Abstimmung: Eine knappe Mehrheit von 52,5 Prozent (Fünfte Schweiz: 51,9 Prozent) hiess eine Änderung des Zivildienstgesetzes gut. Die Reform erschwert den Zugang zum Zivildienst mit dem Ziel, mehr junge Männer in der Armee zu halten. Die höheren Hürden betreffen vor allem Soldaten, die nachträglich in den Zivildienst wechseln möchten. Sie müssen künftig deutlich mehr Einsatztage leisten. Gegen diese «Schikane» wehrte sich eine linksgrüne Allianz per Referendum. Aus ihrer Sicht wird die Armee durch die neuen Massnahmen nicht automatisch attraktiver. Zu befürchten sei vielmehr, dass sich die Betroffenen durch ein Arztzeugnis vom Armeedienst freistellen lassen – statt einen zivilen Dienst für die Gesellschaft zu leisten. Ja zur Änderung des Zivildienstgesetzes Eine Mehrheit von 52,5 Prozent stellte sich hinter eine Reform des Zivildienstes. Damit wird die zivile Alternative zum obligatorischen Militärdienst künftig weniger attraktiv. Die Fünfte Schweiz sagte zu 51,9 Prozent Ja. Für die Gesetzes- änderung genügte das einfache Volksmehr – ein Ständemehr war nicht erforderlich. Nein zur Initiative «Keine 10-Millionen Schweiz!» Schweizweit sprach sich eine Minderheit von 45,2 Prozent für die Initiative der SVP aus. Deutlich tiefer (29,8 Prozent Ja) fiel die Unterstützung der Fünften Schweiz aus. Auch das Ständemehr wurde verpasst: Die Mehrheit der Kantone lehnte die Initiative ab, welche die Bevölkerungszahl auf unter 10 Millionen begrenzen wollte. 0 5 1015202530354045 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100 51,9% 0 5 1015202530354045 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100 29,8% Auslandschweizer:innen Auslandschweizer:innen JA-Stimmen in Prozent zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» JA-Stimmen in Prozent zur Änderung des Zivildienstgesetzes Schweizer Revue / Juli 2026 / Nr. 3 27
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