Schweizer Revue 2/2026

Tourismus auf Rekordhoch Die Schweizer Hotellerie verzeichnete 2025 insgesamt 43,9 Millionen Logiernächte und übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2024. Besonders stark wuchs die Zahl der ausländischen Gäste. Die meisten kamen aus Deutschland, den USA, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Die Kantone mit den höchsten Übernachtungszahlen waren Zürich, Bern, Graubünden und das Wallis. (WS) Steigender Aussenhandel Trotz der amerikanischen Zölle konnte der Schweizer Aussenhandel 2025 wachsen. Die Exporte stiegen um 1,4 Prozent auf den Rekordwert von 287 Milliarden Franken. Auch die Importe legten um 4,5 Prozent zu und erreichten mit 232,7 Milliarden Franken den zweithöchsten Stand der Geschichte. Haupttreiber waren Pharmazeutika und chemische Produkte, die mehr als die Hälfte aller Exporte ausmachten. (WS) Erhöhung der Mehrwertsteuer? Um die Sicherheit der Schweiz zu stärken, plant der Bundesrat einen Rüstungsfonds. Das Verteidigungsdepartement braucht neue Systeme zur Luftverteidigung, Drohnen-Abwehr und zur elektronischen Kriegsführung. Finanziert werden soll der Fonds über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte. Gültig ab 2028 und befristet auf zehn Jahre. Zur Erhöhung der Mehrwertsteuer braucht es eine Verfassungsänderung, über welche die Bevölkerung voraussichtlich 2027 abstimmen wird. (WS) Rekorde bei Olympia Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina erreichte die Schweizer Delegation einen Medaillenrekord. Mit insgesamt 23 Medaillen – 6 Gold, 9 Silber und 8 Bronze – erzielten die Schweizer Athletinnen und Athleten das bisher beste Ergebnis einer Winter-Olympiade. Noch vor Österreich und knapp hinter Schweden klassierten sie sich auf Platz 8 im finalen Medaillenspiegel. (WS) Brienz wieder bewohnbar Die Bewohner des Bergdorfs Brienz/Brinzauls im Albulatal (GR) können nach gut 62 Wochen wieder dauerhaft in ihr Dorf zurückkehren. Die seit November 2024 geltende Evakuierung und das Betretungsverbot wurden aufgehoben. Die Entscheidung basiert auf anhaltenden Messungen, die keine akute Gefahr mehr erkennen lassen. Über die Gefahren vor Ort berichtete die «Schweizer Revue» in der Ausgabe 5/23 (www.revue.link/brienz). (WS) Stanislas Wawrinka Im vergangenen Dezember gab der Tennisspieler Stanislas Wawrinka bekannt, dass er seine Karriere Ende 2026 beenden wird. «Es ist Zeit, das letzte Kapitel meiner sportlichen Laufbahn aufzuschlagen», erklärte der Waadtländer kurz und bündig. Im Januar spielte «Stan The Man», der bald seinen 41. Geburtstag feiert, bei seinen letzten Australian Open in Melbourne. Im Match gegen die Nummer 9 der Welt, den Amerikaner Taylor Fritz, zeigte er erneut, was er draufhat. Schliesslich schied er in der dritten Runde des Turniers aus, bei dem es ihm 2014 gelungen war, Novak Djokovic und im Finale Rafael Nadal zu besiegen. Welch eine beeindruckende Laufbahn seit den ersten Bällen, die er mit seinem älteren Bruder in Saint-Barthélemy (VD) einst geschlagen hatte! Ihr Vater Wolfram betrieb dort den Bauernhof eines Zentrums für Menschen mit Beeinträchtigungen. Nach eigenen Angaben schöpfte Stanislas, der 1985 geboren wurde, seine innere Stärke aus genau diesem Umfeld. Vier Jahre zuvor und etwa 180 Kilometer weit entfernt wurde ein anderer Junge geboren: Roger Federer. «Für viele Menschen bin ich der Schweizer, der verliert», liess Wawrinka einmal in einem Anflug von Frustration gegenüber einem französischen Magazin verlauten. Zwar wurde «Stanimal» von Roger auf heimischem Boden in den Schatten gestellt, doch erfreut er sich im Ausland weiterhin grosser Beliebtheit. Ist er doch derjenige, dem es gelungen ist, Federer, Nadal und auch Djokovic zu schlagen! Zudem ist er der Sieger von Roland Garros, ein Anlass, zu dem der Schweizer in rot-weiss karierten Shorts antrat. «Ich gehe darin schwimmen, ich spiele damit Tennis und danach schlafe ich in ihnen», witzelte er. Über die Unterschiede zwischen Wawrinka und Federer wurde schon alles gesagt. Regelmässig wird der Waadtländer für sein Auftreten gegenüber seinen Gegnern gelobt. So hielt sich Stan 2015 bei den French Open mit dem Jubel zurück, als es ihm gelang, den angeschlagenen Rafael Nadal zu besiegen. Was hat Wawrinka vor, nachdem er seinen Schläger an den Nagel gehängt hat? Schuhe verkaufen? «Ich habe immer noch Träume in Zusammenhang mit meinem Sport», meinte er in seiner typisch zurückhaltenden Art. STÉPHANE HERZOG Schweizer Revue / April 2026 / Nr. 2 11 Herausgepickt Nachrichten

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