CHRISTOF FORSTER Was ein ausgelassener Start in das neue Jahr hätte werden sollen, verwandelte sich innert weniger Minuten in eine Tragödie historischen Ausmasses, die noch Wochen später täglich für Schlagzeilen sorgt. 41 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 110 wurden meist schwer verletzt. Nach aktuellem Kenntnisstand nimmt das Drama um 01:27 Uhr seinen Lauf. Jugendliche und junge Erwachsene aus der Schweiz und dem Ausland feiern in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana Silvester. Eine Kellnerin sitzt auf den Schultern eines Kollegen, in jeder Hand eine Flasche Alkoholika mit brennenden Sprühkerzen. Im «Constellation» sei es üblich gewesen, Flaschen mit am Hals befestigten Wunderkerzen zu servieren. So zitieren Medien später aus dem Einsatzbericht der Kantonspolizei. Dann kommt die Kellnerin zu nahe an die Decke, die aus brennbarem Schaumstoff besteht. Es geht rasend schnell: Feuer, Rauch, fliehende Gäste. Um 01:28 Uhr und 12 Sekunden ereignete sich im Keller ein sogenannter Flashover: ein explosionsartiger Übergang von einem kleinen Brand zu einem grossen Feuer. Heftige Flammen schiessen bis zur Veranda im Erdgeschoss. 37 Personen können den Keller nicht mehr verlassen und sterben dort. Drei weitere Opfer verlieren im Erdgeschoss ihr Leben. Temperaturen von über 1000 Grad Ein Flashover entsteht, wenn ein Feuer seine Umgebung auf rund 300 Grad erhitzt und sich die dabei entstehenden brennbaren Gase schlagartig entzünden. Die Temperaturen Ein verheerender Brand, der die Schweiz erschüttert Bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana verlieren mindestens 41 Menschen ihre Leben, über 100 werden meist schwer verletzt. Im In- und Ausland fragt man sich, wie so etwas in einem Land passieren konnte, das stolz ist auf seine Regeln, seine Organisation und seine Präzision. können dabei auf über 1000 Grad steigen. Wenn sich Menschen im Moment der Durchzündung in der Nähe aufhalten, kann das tödliche Folgen haben oder zu sehr schweren Brandverletzungen führen. Die Behandlung von solchen Verletzungen dauert oft Monate bis Jahre und ist sehr aufwendig. Viele Betroffene dürften giftige Gase eingeatmet haben, was schwere Lungenschäden zur Folge haben kann. Dank europäischer Solidarität konnte ein Teil der Verletzten in spezialisierten Kliniken im Ausland behandelt werden. In der Schweiz gibt es für einen solchen Notfall nicht genügend Kapazitäten. Dass die Brandkatastrophe weltweit Reaktionen ausgelöst hat, liegt nicht nur daran, dass die Opfer aus verschiedenen Ländern stammen. Besonders tragisch ist der Zeitpunkt: der Jahreswechsel als Moment der Blumen und Kerzen zum Gedenken der Opfer des Brandes in der Bar «Le Constellation». Mindestens 41 Menschen kamen während der Silvesterfeierlichkeiten in Crans-Montana ums Leben und über 110 wurden schwer verletzt. Foto Cyril Zingaro, Keystone Schweizer Revue / April 2026 / Nr. 2 20 Nachrichten
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