Luzern und Neuenburg setzen auf E-Voting Zwei weitere Kantone ermöglichen ihren im Ausland lebenden Stimmberechtigten die elektronische Stimmabgabe: Im Kanton Luzern können diese seit September 2026 per E-Voting an Volksabstimmungen teilnehmen. Der Kanton Neuenburg wiederum wird Auslandschweizer:innen ab November 2026 E-Voting anbieten. Anders als in Luzern müssen sich die im Kanton Neuenburg Stimmberechtigten einmalig anmelden. Genauere Informationen dazu sind auf der entsprechenden Webseite des Kantons Neuenburg zu finden: www.revue.link/ne. Die elektronische Stimmabgabe erleichtert es Auslandschweizer:innen, ihre politischen Rechte wahrzunehmen. Auf postalischem Weg erreichen die Stimmen aus der Fünften Schweiz die Abstimmungsurnen oft nicht rechtzeitig. (MUL) «Tempo 30» gerät unter Druck Der Bundesrat tritt bei «Tempo 30» auf die Bremse: Städte und Gemeinden sind nicht mehr frei, die erlaubte Geschwindigkeit auf «verkehrsorientierten» Strassen ohne weiteres auf 30 km/h zu senken. Sie müssen neu per Gutachten nachweisen, dass dies nicht zu Ausweichverkehr in die Wohnquartiere führt. Diese einschränkende Neuerung trat am 1. Oktober 2026 in Kraft. Sie ist Ausdruck des wachsenden und stark von den Automobilverbänden ausgehenden Widerstands gegen «Tempo 30» (siehe dazu auch die «Revue» 1/2025). Städte und Gemeinden drängen dagegen oft auf diese Form der Verkehrsberuhigung. (MUL) Schweiz kauft Munition nun gemeinsam mit der Nato Die Schweiz will Munition für ihre Armee leichter, rascher und auch günstiger beschaffen können – dies auch wegen der angespannten Sicherheitslage in Europa angesichts des Ukraine-Kriegs. Sie ist deshalb der Nato-Munitionsallianz beigetreten. Weil die 27 an der Allianz beteiligten Staaten Munition gemeinsam einkaufen, sinken die Preise. Der Bundesrat erachtet den Beitritt zur Nato-Munitionsallianz als mit der Neutralität vereinbar: Es handle sich um eine reine Einkäufergemeinschaft und es sei der Schweiz jederzeit möglich, auszutreten. (MUL) Schweizer Armee will weniger zivile Einsätze leisten Im Schweizer Alltag erbringt die Armee viele Leistungen, die nicht militärisch begründet sind. Sie baut etwa Infrastrukturanlagen für Schwingfeste, andere Sportanlässe und für grosse Musikfestivals. Insgesamt 26 000 Diensttage hat die Armee gemäss Recherchen der «NZZ» 2025 für solche zivilen Anlässe geleistet. Dafür gebe es keine Grundlage – und es sei nicht mehr zeitgemäss, urteilt nun die Armeeführung. Die Armee soll künftig wieder stärker auf die Verteidigungsfähigkeit ausgerichtet werden. Obwohl neue Leitlinien des Bundesrats zur Zukunft der Armee diesen neuen Fokus vorgeben, wird über den Richtungswechsel immer noch hart gerungen – und der Alltag schafft seine eigenen Realitäten: So haben im Dürresommer 2026 Armeehelikopter für Bergbauern enorme Mengen an Wasser auf ausgetrocknete Alpen transportiert. (MUL) Johan Manzambi An der Fussballweltmeisterschaft musste sich die Schweiz am 12. Juli 2026 gegen Argentinien geschlagen geben. Dieser Viertelfinal wäre – vielleicht – anders ausgegangen, wenn Stürmer Breel Embolo nach einem vermeintlichen Foul nicht vom Platz verwiesen worden wäre. Doch vor dieser Niederlage begeisterte ein junger Genfer Spieler die Fussballfans: Johan Manzambi, der sofort den Spitznamen Manzambig erhielt. Im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina erlebten wir, wie der 20-Jährige einen furiosen Start hinlegte und nach zwei Spielminuten ein entscheidendes Tor schoss, gefolgt von einem weiteren Treffer innerhalb der nächsten halben Stunde. Das Spiel ebnete der Nati den Einzug ins Achtelfinal. Zwar gehörte Manzambi nicht zur Startformation, doch sein Gespür für das Spiel und seine Unerschrockenheit beeindruckten. Mit seinen geflochtenen Zöpfen und seiner «Coolness» vermochte der junge Fussballspieler das Publikum zu begeistern. Auch überraschte er immer wieder mit unvorhersehbaren Aktionen, die ihm scheinbar mühelos gelangen. Johan Manzambi entstammt einer Familie mit Wurzeln in Angola und der Demokratischen Republik Kongo. Aufgewachsen ist er jedoch in Genf. Während des Spiels gegen Bosnien ging der junge Mann direkt auf eine Kamera zu und widmete seine Tore seiner Heimatstadt am Ufer des Genfersees. Damit löste er bei den Jugendlichen seines Heimatquartiers «La Servette» einen Begeisterungssturm aus: Im gleichnamigen Club hatte er einst seine Karriere begonnen. «Diese Mischung aus Disziplin und Kreativität bringt alles mit, was den modernen Stürmer auszeichnet», kommentierte Giorgio Contini, ehemaliger Assistent des Nati-Trainers Murat Yakin, in der Zeitung «Le Temps». Manzambig zog sich während des Trainings eine Verletzung zu und konnte daher in diesem Turnier nicht weiterspielen. Dadurch war er an der bitteren Niederlage gegen Argentinien nicht mehr beteiligt. Ganz nebenbei konnte er aber mit seinem Einsatz bei Fussballfans auf der ganzen Welt punkten. STÉPHANE HERZOG Schweizer Revue / Oktober 2026 / Nr. 4 18 Herausgepickt Nachrichten
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