war unsinnig, denn Chavannes ist kein Verkehrsknotenpunkt und hat die niedrigste Motorisierungsrate im ganzen Kanton Waadt», sagt die Gemeindepräsidentin. Gleichzeitig weist sie auf die damit einhergehende Lärmbelästigung hin, von der viele Quartiere betroffen sind. Doch wie lebt es sich in dieser Gemeinde? Lisa Bonard betreibt das «Café de Chavannes» im Herzen des ehemaligen Dorfes. Sie träumt von festlichen Veranstaltungen, neuen Bars, einem Kino und einem zentralen Platz. «Es werden überall grosse Käsesauce und Pickles. All dies zieht Gäste aus der ganzen Region an. Der Wunsch nach einem öffentlichen Treffpunkt Die Gemeinde ist sich dieses Bedarfs durchaus bewusst. Deshalb bietet sie den Einwohnerinnen und Einwohnern verschiedene Aktivitäten an: zum Beispiel einwöchige Ferienlager für nur 100 Franken, an denen jedes Mal etwa hundert Kinder teilnehmen. Doch die Gemeinde bemüht sich auch weiterhin um neue stadtplanerische LösunDie flächenmässig recht kleine Gemeinde Chavannes-prés- Renens liegt im Grossraum Lausanne, der als ganzer von starkem Wachstum geprägt ist. swisstopo Er kam als Student, blieb hier hängen und politisiert heute im Stadtrat mit: Eduardo Camacho-Hübner. Foto Stéphane Herzog Die Chavannes grenzt urbane Dichte direkt an die weite Landschaft am Genferseebecken. Im Hintergrund die Alpenkette. Foto Keystone gen. So hat Chavannes bereits 10 Millionen Franken in den Bau einer Velo- und Fussgängerbrücke investiert, die über die Autobahn führt und den Bahnhofplatz mit dem Quartier Les Cèdres verbindet. «Damit rücken die Gebiete zwischen dem nördlichen und dem südlichen Ortsteil wieder näher zueinander», sagt Loubna Laabar. Die Gemeinde beabsichtigt zudem, beim geplanten turmartigen Hochhaus einen grossen, öffentlichen Platz anzulegen und so die Lebensqualität weiter zu heben. «Chavannes ist ein Ort mit besonderem Charakter, an dem es sich wirklich gut leben lässt»: So lautet das Fazit der SP-Politikerin, die ursprünglich aus Marokko stammt und 2008 hierherzog. Mehrfamilienhäuser gebaut, aber in Wirklichkeit lebt die Bevölkerung ihr Leben ganz woanders», sagt sie. Tatsächlich dient ihr Restaurant ein wenig als öffentlicher Treffpunkt. Eine bunte Mischung aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen kommt hierher: Studierende, Lehrkräfte und Arbeitskräfte. Die Lausannerin ist sehr engagiert: Sie hat einen Kunst- und Kreativmarkt ins Leben gerufen. Zudem hat sie die Degustation von Naturweinen und kreative Menüs im Angebot. Zu entdecken gibt es zum Beispiel ein hausgemachtes Cordon bleu mit Schweizer Revue / Februar 2026 / Nr.1 11
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