Schweizer Revue 1/2026

Guy Parmelin präsidiert 2026 den Bundesrat Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) präsidiert 2026 den Bundesrat. Parmelin erhielt bereits vor seiner Wahl viel Applaus, denn es glückte ihm im November 2025, mit den USA eine Senkung der exorbitanten Warenzölle auszuhandeln. Bei der Wahl vom 10. Dezember 2025 durch die vereinigte Bundesversammlung erhielt Parmelin 203 von 210 gültigen Stimmen. Das Spitzenergebnis bedeutet auch, dass der rechtsbürgerliche Waadtländer auch bei den Parteien des linken Spektrums viel Rückhalt geniesst. Parmelin präsidiert den Bundesrat zum zweiten Mal. Er hatte dieses höchste Amt bereits 2021 inne. (MUL) US-Zölle: Jetzt 15 statt 39 Prozent Die Schweizer Exportindustrie wirkte nach dem Entscheid der Administration Trump, Schweizer Exporte in die USA mit 39 Prozent Zoll zu belasten, paralysiert. Nach intensiven Verhandlungen erwirkte die Schweiz im November 2025 die Senkung dieser Strafzölle auf 15 Prozent. Was als «grosse Erleichterung» beklatscht wurde, lässt etwas vergessen, dass sich auch die nun tieferen Strafzölle negativ auf den Schweizer Aussenhandel und die Konsument:innen in den USA auswirken. Eine Episode gibt zudem zu reden: Schweizer Wirtschaftsvertreter hatten Donald Trump bei einer Audienz – nebst anderem – einen Goldbarren im Wert von über 100 000 Franken überreicht. Dies sei ein unwürdiges, unterwürfiges und an Korruption grenzendes Verhalten, lautet die schweizweit geäusserte Kritik. (MUL) Schweiz lockert Waffenexporte Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine pochte die Schweiz auf ihre strengen Exportregeln für Kriegsgüter: Auch bereits vor Jahren nach Deutschland exportiertes Kriegsgerät durfte von dort nicht an die Ukraine weitergereicht werden. In der Dezembersession 2025 hat das Parlament nun aber eine Lockerung der Exportbestimmungen beschlossen: Schweizer Rüstungsbetriebe sollen künftig selbst während bewaffneten Konflikten Kriegsmaterial an ausgewählte westliche Länder liefern dürfen. Der Entscheid stützt primär die Schweizer Rüstungsindustrie. Exporte in die Ukraine werden durch die Lockerung nicht ermöglicht. Vermutlich wird sich das Volk zur Sache äussern können: Eine breite Allianz linker Parteien hat ein Referendum angekündigt. (MUL) Femizid-Entscheid löst wuchtigen Protest aus In der Schweiz ist die Zahl der Gewaltverbrechen gegen Frauen hoch, auch in internationalem Vergleich. Die Bundesbehörde spricht von einer «alarmierenden Anzahl Femizide in der Schweiz». Gleichwohl entschied sich im Dezember der Nationalrat zunächst gegen mehr Geld zur Prävention von Gewalt an Frauen. Die Reaktion der Bevölkerung war wuchtig: Innert 24 Stunden unterzeichneten über 250 000 Menschen eine Onlinepetition und eine E-MailFlut führte im Bundeshaus zu grösseren IT-Problemen. Der Ständerat hiess daraufhin den Zusatzkredit gut . Und auch der Nationalrat stimmte im zweiten Anlauf zu. (MUL) Peter Lyner Die Arbeit in einer Bäckerei sei eng getaktet, sagt Peter Lyner, der in Winterthur einen Familienbetrieb führt: «Man kann Brote nicht einfach etwas länger im Ofen lassen.» Das nächste Blech müsse jeweils rechtzeitig bereit sein; die Produktionsräume gelte es optimal auszulasten. Aber als Bäcker sei man den Umgang mit Druck gewohnt, sagt der 60-Jährige: «In Krisen laufen wir zu Hochform auf.» Peter Lyner betreibt die gleichnamige Bäckerei und Konditorei in vierter Generation. Einen anderen Beruf zog er nie in Betracht: «Es ist schön und spannend, ein Grundnahrungsmittel herzustellen.» Zudem arbeite er gerne mit Menschen zusammen und schätze es, unternehmerisch tätig zu sein: «Man muss Zusammenhänge verstehen und vorausschauend handeln.» Nach der Pandemie, hohen Stromkosten sowie Engpässen auf dem Getreidemarkt sehen sich Bäcker:innen mit der Tiefpreisschlacht der Discounter konfrontiert. Aldi bietet ein «Pfünderli» zurzeit für 99 Rappen an. «Das deckt die reellen Kosten kaum», kritisiert Peter Lyner. Der Preis sei vielmehr ein «MarketingGag, um die Leute in die Läden zu locken». Er selbst passt das Geschäft seiner Vorfahren laufend den sich ändernden Bedingungen an. Er hat es um drei zusätzliche Standorte erweitert und betreibt seit 2020 auch ein Café. Aktuell beschäftigt er 53 Mitarbeitende sowie 13 Lernende. Aber noch immer gilt: «Wir machen alles von Hand.» Anders als die Grossverteiler mit ihren industriell gefertigten Billigbroten, verfolge er eine langfristige Strategie. Er setze auf Qualität – und die habe ihren Preis. Ein «Eschenbergbrot» geht bei ihm für 4.90 über den Ladentisch, ein Gipfeli kostet 1.60. «Man muss seine Preise kennen und durchsetzen», sagt Lyner und kommt zum Schluss: Nur Bäckereien mit einem klaren Konzept überlebten. EVELINE RUTZ Schweizer Revue / Februar 2026 / Nr.1 8 Herausgepickt Nachrichten

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