Zu diesem Schluss kam die Forschungsanstalt Agroscope am Beispiel von Kartoffeln. Verglichen wurde mit Deutschland, Frankreich, Holland und Italien. Bei den tierischen Produkten waren die Resultate nicht eindeutig. Die Biodiversität hingegen ist stabil geblieben. Angesichts ihres historischen Rückgangs kann dies zwar positiv gewertet werden, heisst es im Agrarbericht 2025 des Bundes. Jedoch befindet sich die Biodiversität immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Das Potenzial in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit ist also immer noch gross. Eine neue Studie von Agroscope zeigt, dass ein deutlich umweltfreundlicheres Ernährungssystem mit einer gesünderen Ernährung der Bevölkerung und einem höheren Selbstversorgungsgrad möglich ist. 3 Ist die Landwirtschaft geprägt von Kleinbauern? Im internationalen Vergleich ist die Schweizer Landwirtschaft von relativ kleinen Familienbetrieben geprägt. Pro Betrieb wird im Durchschnitt eine Nutzfläche von 22 Hektar bewirtschaftet. Die meisten Länder der EU weisen wesentlich höhere durchschnittliche Betriebsflächen auf. Eine genaue Definition, was ein Kleinbetrieb ist, gibt es nicht. Typischerweise bewirtschaftet ein Kleinbauer oder eine Kleinbäuerin eine Fläche von weniger als 10 Hektar. Davon gibt es in der Schweiz 13213 Betriebe (von total 47075 Landwirtschaftsbetrieben im Jahr 2024). Knapp 5 Prozent der Betriebe haben sogar eine Fläche von weniger als einem Hektar. Mit 12380 sind die meisten Betriebe in der Kategorie zwischen 10 und 20 Hektar (2024). Der Anteil der Grossbetriebe mit einer Fläche von über 50 Hektar liegt bei 7 Prozent. Der klassische Landwirtschaftsbetrieb ist primär ein familiengeführter Voll- oder Nebenerwerbshof. Meist werden alle Familienmitglieder und über mehrere Generationen hinweg eingespannt. Die Schweizer Landwirtschaft ist indes seit Längerem in einem Wandel begriffen. Jedes Jahr gehen rund 1 bis 1,5 Prozent der Betriebe zu. Alleine 2025 haben 805 Höfe ihren Betrieb für immer eingestellt. Die Flächen werden meist von den Nachbarbetrieben übernommen, was dazu führt, dass die durchschnittliche Nutzfläche stetig steigt. Seit 2000 ist diese um rund 50 Prozent gestiegen. 4 Wie viel finanziert der Staat bei der Lebensmittelproduktion? Die Schweiz subventioniert die Nahrungsmittelproduktion massiv und unsere Landwirtschaft gehört zu den weltweit am stärksten geförderten. Dies entspricht dem politischen Willen. Von jedem Franken, den die Bäuerinnen und Bauern einnehmen, stammt rund die Hälfte vom Staat. Das sind Subventionen wie Direktzahlungen oder durch Zölle verursachte höhere Konsumentenpreise. Laut einer Schätzung der liberalen Denkfabrik Avenir Suisse kostet der landwirtschaftliche Grenzschutz die Schweiz im Jahr fast drei Milliarden Franken. Hinzu kommen Beiträge des Bundes zur Produktions- und Absatzförderung, zum Beispiel Verkäsungszulagen. Diese Förderung beläuft sich auf jährlich rund 500 Millionen Franken, die zu den Direktzahlungen von 2,8 Milliarden Franken (2024) hinzukommen. Das heisst, jeder Einwohner wendet aus dem eigenen Sack im Durchschnitt 300 Franken als Die Schweiz subventioniert die Nahrungsmittelproduktion massiv und unsere Landwirtschaft gehört zu den weltweit am stärksten geförderten. Im internationalen Vergleich ist die Schweizer Landwirtschaft von relativ kleinen Familienbetrieben geprägt. Schweizer Revue / Juli 2026 / Nr. 3 6 Schwerpunkt
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